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Verschiedenartigkeit muss nicht trennend sein!
So lautete das Thema des ersten Frauenabends im Jahr 2001 und gleichzeitig
des 20. Frauenabend unserer Gemeinde. Zum kleinen Jubiläum
sind, wie auch sonst bei den Frauenabenden, sehr viele Frauen aus
der ganzen Regio gekommen. Auch das Alter unserer Besucherinnen
war gut gemischt: von unseren Teenies, die beim Anspiel und beim
Bewirten beschäftigt waren, bis hin zu einigen Omas.
Die Einleitung war recht blumig, denn so bunt und verschieden
wie die Blumen in einem Strauß sind auch wir Menschen. Singen
wir nun alte Lieder, deutsche oder englische? Diese alte Gemeindefrage
wurde durch ein Anspiel wieder neu aufgerollt und von verschiedenen
Seiten beleuchtet mit dem Fazit, dass eine Einigung wirklich
schwer zu finden ist.
Die Sprecherin, Arlette Block aus der Vineyard-Gemeinde Basel,
verstand es, alle Zuhörerinnen für sich zu gewinnen. Verschiedenartigkeit
ist spannend: einerseits bereichert es unser Leben, wenn wir Menschen
um uns erleben, die anders ticken, andererseits kann
es jedoch sehr schwierig sein, mit solch ganz anderen Charakteren
umzugehen. Da ist es wichtig, zu erkennen, dass die Andersartigkeit
weder einen persönlich angreifen will, noch möchte, dass
ich mich ebenso verhalte. Den anderen stehen lassen und ihn so akzeptieren
genau das ist es ja, was uns so schwer fällt. Wenn wir
uns klar machen, warum der andere so ist, welche Geschichte er mit
sich bringt, kann es schon leichter sein. Außerdem hilft es
ungeheuer, sich ein wenig in die Typologie zu begeben und genau
anzuschauen, welche Ausprägungen die unterschiedlichen Charaktere
haben. Natürlich gibt es keinen Charakter in Reinform
wir haben alle von allem ein wenig mitbekommen!
Wir begaben uns nicht auf die Reise ins Altertum, in dem Aristoteles
lehrte, dass einfach in unseren Adern unterschiedliches Blut fließt:
beim Choleriker kocht die gelbe Galle, der Phlegmatiker hat Schleim
in seinen Adern, der Melancholiker schwarze Galle und der Sanguiniker
einfaches Blut. Arlette Block stellte uns andere verschiedene Typen
vor. Der Näheliebende würde glatt einen geschenkten Aufenthalt
allein in den Alpen (nach dem Motto: die Alpen, der Schnee und ich)
verschmähen, denn die Einsamkeit würde ihn krank machen.
Er braucht den direkten Ansprechpartner, die Person, mit der er
alles teilen kann. Der Distanzliebende hingegen macht am liebsten
alles mit sich selber aus. An ihn ist es schwerer dran zu kommen,
denn er braucht seine Ruhe. Er ist ein guter Denker und Tüftler,
eine Führungspersönlichkeit. Wenn dich dein Mann überrascht:
Schatz, pack die Koffer, wir verreisen übers Wochenende!,
gehört er sehr wahrscheinlich zu den Freiheitsliebenden. Er
ist sehr spontan und hasst nichts mehr als die Regelmäßigkeit.
Ganz im Gegensatz zum Sicherheitsliebenden, der gerne jedes Jahr
an den gleichen Urlaubsort fährt, denn dann weiß
man, was man hat.
Es lohnt sich auf jeden Fall, sich die Kassette von diesem Abend
anzuhören, die bei Anita Seither erhältlich ist (Telefonnummer
siehe rechts) auch für Männer. Denn einander in
unserer Unterschiedlichkeit stehen zu lassen und sogar zu bereichern
ist für uns alle ein wichtiger Lernprozess.
Annette Neuland
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